Gin ist eine aromatisierte Spirituose auf Neutralalkoholbasis, geprägt vom Wacholderaroma. Botanicals wie Zitrusschalen, Kräuter und Gewürze verleihen Vielfalt. Ursprünglich aus den Niederlanden stammend, etablierte er sich in England. Heute begeistert Gin in Varianten wie London Dry, New Western Dry oder Old Tom, pur oder im Cocktail.
Alle 14 Ergebnisse werden angezeigt
Gin ist die Spirituose mit der kürzesten Zutatenliste und der größten Bandbreite. Vorgeschrieben ist nur eines: Wacholder muss den Ton angeben. Alles andere ist Handschrift der Brennerei.
Gin ist eine mit Wacholder aromatisierte Spirituose auf Basis von neutralem Alkohol. Der Wacholder muss geschmacklich vorherrschen – das ist die einzige zwingende Vorgabe.
Der Mindestalkoholgehalt liegt bei 37,5 Prozent. Die meisten Abfüllungen bewegen sich zwischen 40 und 47 Prozent, weil ein Teil der Aromen erst darüber richtig trägt.
Wacholder ist gesetzt, Koriandersaat und Angelikawurzel gelten als klassisches Grundgerüst: Koriander bringt Zitrus und Würze, Angelika bindet die Aromen und gibt Trockenheit.
Dazu kommen Zitrusschalen, Iriswurzel, Kardamom, Süßholz, Pfeffer, Lavendel oder heimische Kräuter. Zwischen sechs und über dreißig Zutaten ist alles anzutreffen – mehr bedeutet dabei nicht automatisch besser.
Bei der Mazeration ziehen die Botanicals im Alkohol wie Tee, danach wird destilliert. Das ergibt kräftige, würzige Gins.
Bei der Dampfinfusion hängen die Botanicals in einem Korb über der Flüssigkeit; nur der Alkoholdampf streift hindurch. Das Ergebnis ist feiner und blumiger. Manche Brennereien destillieren jede Zutat einzeln und verschneiden erst danach.
Grundlage ist fast immer neutraler Alkohol aus Getreide, seltener aus Melasse, Trauben oder Kartoffeln.
Weil er mehrfach rektifiziert wird, ist er weitgehend geschmacksfrei – trotzdem hört man den Unterschied: Weizen wirkt weich und rund, Roggen würziger, Traubenalkohol leicht fruchtig.
London Dry ist keine Herkunfts-, sondern eine Verfahrensangabe. Ein London Dry Gin darf überall auf der Welt entstehen.
Entscheidend ist die Strenge: Alle Aromen müssen bei der Destillation eingebracht werden, Farbstoffe sind verboten, Zucker nur in Spuren erlaubt. Wer diesen Stil abfüllt, kann nichts nachträglich korrigieren.
Seit den 1990er-Jahren rückt der Wacholder bei vielen Abfüllungen ein Stück in den Hintergrund und macht Platz für Gurke, Rose, Zitrusfrüchte oder Tee.
Diese Gins heißen New Western oder Contemporary. Sie sind meist zugänglicher, verlangen aber ein passendes Tonic – ein zu dominantes Tonic überdeckt sie vollständig.
Sloe Gin entsteht, wenn Schlehen mit Zucker in Gin eingelegt werden. Er ist ein Likör und liegt meist zwischen 25 und 30 Prozent.
Reserve– oder Barrel Aged Gin ruht einige Monate im Holzfass. Er nimmt Farbe, Vanille und Würze an und rückt geschmacklich in Richtung Whisky, ohne den Wacholder zu verlieren.
Der Vorläufer ist der niederländische Genever, ein malziges Wacholderdestillat des 16. Jahrhunderts. Englische Soldaten brachten ihn Ende des 17. Jahrhunderts nach Hause.
In London folgte die Gin Craze, eine Zeit billigen und oft gefährlichen Fusels, die erst durch Steuergesetze endete. Die Erfindung der Kolonnenbrennerei 1830 machte sauberen Alkohol möglich – und damit den trockenen Stil, den wir heute kennen.
Bewährt sind fünf Zentiliter Gin auf zehn bis fünfzehn Zentiliter Tonic. Das Glas gehört randvoll mit großen Eiswürfeln gefüllt – kleine schmelzen zu schnell und verwässern.
Das Tonic bestimmt das Ergebnis stärker, als viele vermuten. Ein klassisches Indian Tonic passt zu wacholderbetonten Gins, ein mildes zu blumigen. Die Garnitur sollte eine Note des Gins aufgreifen, nicht eine neue hinzufügen.
Der Martini ist der strengste Test: Gin, ein Spritzer trockener Wermut, gerührt statt geschüttelt, eiskalt. Hier zeigt sich jede Schwäche.
Der Negroni vereint zu gleichen Teilen Gin, roten Wermut und Bitter. Der Gimlet braucht nur Limette und etwas Zucker – drei Rezepte, die einen Gin von allen Seiten zeigen.
„Destilliert“ oder „London Dry“ sagt mehr als eine lange Botanicalliste: Beides schließt nachträglich zugesetzte Aromen weitgehend aus.
Eine Zahl wie „47 %“ ist kein Selbstzweck – höherer Alkohol trägt Aromen weiter und hält im Longdrink dem Eis besser stand. Angaben zur Destillerie und zum Brennverfahren sind aussagekräftiger als Auszeichnungen auf der Schauseite.
Gin ist eine aromatisierte Spirituose auf Neutralalkoholbasis, geprägt vom Wacholderaroma. Botanicals wie Zitrusschalen, Kräuter und Gewürze verleihen Vielfalt. Ursprünglich aus den Niederlanden stammend, etablierte er sich in England. Heute begeistert Gin in Varianten wie London Dry, New Western Dry oder Old Tom, pur oder im Cocktail.
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Gin ist die Spirituose mit der kürzesten Zutatenliste und der größten Bandbreite. Vorgeschrieben ist nur eines: Wacholder muss den Ton angeben. Alles andere ist Handschrift der Brennerei.
Gin ist eine mit Wacholder aromatisierte Spirituose auf Basis von neutralem Alkohol. Der Wacholder muss geschmacklich vorherrschen – das ist die einzige zwingende Vorgabe.
Der Mindestalkoholgehalt liegt bei 37,5 Prozent. Die meisten Abfüllungen bewegen sich zwischen 40 und 47 Prozent, weil ein Teil der Aromen erst darüber richtig trägt.
Wacholder ist gesetzt, Koriandersaat und Angelikawurzel gelten als klassisches Grundgerüst: Koriander bringt Zitrus und Würze, Angelika bindet die Aromen und gibt Trockenheit.
Dazu kommen Zitrusschalen, Iriswurzel, Kardamom, Süßholz, Pfeffer, Lavendel oder heimische Kräuter. Zwischen sechs und über dreißig Zutaten ist alles anzutreffen – mehr bedeutet dabei nicht automatisch besser.
Bei der Mazeration ziehen die Botanicals im Alkohol wie Tee, danach wird destilliert. Das ergibt kräftige, würzige Gins.
Bei der Dampfinfusion hängen die Botanicals in einem Korb über der Flüssigkeit; nur der Alkoholdampf streift hindurch. Das Ergebnis ist feiner und blumiger. Manche Brennereien destillieren jede Zutat einzeln und verschneiden erst danach.
Grundlage ist fast immer neutraler Alkohol aus Getreide, seltener aus Melasse, Trauben oder Kartoffeln.
Weil er mehrfach rektifiziert wird, ist er weitgehend geschmacksfrei – trotzdem hört man den Unterschied: Weizen wirkt weich und rund, Roggen würziger, Traubenalkohol leicht fruchtig.
London Dry ist keine Herkunfts-, sondern eine Verfahrensangabe. Ein London Dry Gin darf überall auf der Welt entstehen.
Entscheidend ist die Strenge: Alle Aromen müssen bei der Destillation eingebracht werden, Farbstoffe sind verboten, Zucker nur in Spuren erlaubt. Wer diesen Stil abfüllt, kann nichts nachträglich korrigieren.
Seit den 1990er-Jahren rückt der Wacholder bei vielen Abfüllungen ein Stück in den Hintergrund und macht Platz für Gurke, Rose, Zitrusfrüchte oder Tee.
Diese Gins heißen New Western oder Contemporary. Sie sind meist zugänglicher, verlangen aber ein passendes Tonic – ein zu dominantes Tonic überdeckt sie vollständig.
Sloe Gin entsteht, wenn Schlehen mit Zucker in Gin eingelegt werden. Er ist ein Likör und liegt meist zwischen 25 und 30 Prozent.
Reserve– oder Barrel Aged Gin ruht einige Monate im Holzfass. Er nimmt Farbe, Vanille und Würze an und rückt geschmacklich in Richtung Whisky, ohne den Wacholder zu verlieren.
Der Vorläufer ist der niederländische Genever, ein malziges Wacholderdestillat des 16. Jahrhunderts. Englische Soldaten brachten ihn Ende des 17. Jahrhunderts nach Hause.
In London folgte die Gin Craze, eine Zeit billigen und oft gefährlichen Fusels, die erst durch Steuergesetze endete. Die Erfindung der Kolonnenbrennerei 1830 machte sauberen Alkohol möglich – und damit den trockenen Stil, den wir heute kennen.
Bewährt sind fünf Zentiliter Gin auf zehn bis fünfzehn Zentiliter Tonic. Das Glas gehört randvoll mit großen Eiswürfeln gefüllt – kleine schmelzen zu schnell und verwässern.
Das Tonic bestimmt das Ergebnis stärker, als viele vermuten. Ein klassisches Indian Tonic passt zu wacholderbetonten Gins, ein mildes zu blumigen. Die Garnitur sollte eine Note des Gins aufgreifen, nicht eine neue hinzufügen.
Der Martini ist der strengste Test: Gin, ein Spritzer trockener Wermut, gerührt statt geschüttelt, eiskalt. Hier zeigt sich jede Schwäche.
Der Negroni vereint zu gleichen Teilen Gin, roten Wermut und Bitter. Der Gimlet braucht nur Limette und etwas Zucker – drei Rezepte, die einen Gin von allen Seiten zeigen.
„Destilliert“ oder „London Dry“ sagt mehr als eine lange Botanicalliste: Beides schließt nachträglich zugesetzte Aromen weitgehend aus.
Eine Zahl wie „47 %“ ist kein Selbstzweck – höherer Alkohol trägt Aromen weiter und hält im Longdrink dem Eis besser stand. Angaben zur Destillerie und zum Brennverfahren sind aussagekräftiger als Auszeichnungen auf der Schauseite.
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