Rum, die vielseitige Spirituose aus Zuckerrohrsaft oder Melasse, begeistert mit fruchtigen, würzigen und komplexen Aromen. Ob weißer Rum für Cocktails, gereifte VSOP oder XO, oder trockener Rhum Agricole aus der Karibik – Lagerung, Fassreife und Blending-Techniken wie Solera sorgen für harmonischen Genuss. Entdecke die Welt des Rums!
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Rum gehört zu den ältesten Spirituosen der Welt und zu den vielfältigsten. Zwischen einem klaren Rum aus dem Stahltank und einem zwanzig Jahre alten Pot-Still-Destillat liegen Welten – und beide heißen Rum.
Rum wird ausschließlich aus Zuckerrohr gewonnen: entweder aus frisch gepresstem Saft oder aus Melasse, dem dickflüssigen Nebenprodukt der Zuckergewinnung.
Damit sich eine Spirituose Rum nennen darf, muss sie mindestens 37,5 Prozent Alkohol haben. Alles Weitere – Hefe, Brennart, Fass, Klima – ist Entscheidung der Brennerei und macht den Unterschied.
Die Zeit im Fass bestimmt Farbe, Aroma und Tiefe:
Zuckerrohrsaft oder Melasse wird mit Hefe versetzt und über mehrere Tage vergoren. Es entsteht eine Maische mit vier bis zehn Prozent Alkohol.
Wie lange und mit welcher Hefe vergoren wird, entscheidet über die Ester – jene Verbindungen, die einem Rum später seine fruchtigen bis lackartigen Noten geben. Eine lange Gärung erzeugt viel davon, eine kurze wenig.
Die vergorene Maische wird gebrannt; das Ergebnis ist ein Rohbrand mit 65 bis 95 Prozent Alkohol.
Die Pot Still arbeitet im Einzelverfahren und lässt viel Aroma durch – daraus entstehen schwere, markante Rums. Die Column Still läuft durchgehend und trennt sauberer; sie liefert leichtere, fruchtigere Destillate. Viele Häuser verschneiden beides.
Gelagert wird fast immer in gebrauchten Eichenfässern, meist aus amerikanischer Weißeiche, seltener aus französischer Limousin-Eiche.
Entscheidend ist das Klima: In den Tropen arbeitet das Holz bei dreißig Grad ungleich schneller als in einem europäischen Lagerhaus. Als Faustregel entspricht ein acht Jahre alter tropisch gereifter Rum einem zwölf Jahre alten Whisky. Dafür verdunsten bis zu zehn Prozent im Jahr.
Anders als Whisky kommt Rum selten aus einem einzigen Fass. Blends vereinen Komponenten verschiedener Reifezeit und Machart zu einem gleichbleibenden Hausstil.
Beim Solera-Verfahren, aus der Sherry-Produktion übernommen, lagern jüngere Rums oben und ältere unten. Abgefüllt wird nur aus der untersten Reihe, nachgefüllt von oben. Die Altersangabe bezieht sich dabei auf den ältesten Anteil, nicht auf den Durchschnitt.
Herkunft: Kuba, Puerto Rico, Dominikanische Republik, Venezuela und weite Teile Lateinamerikas.
Grundlage ist Melasse, gebrannt wird überwiegend in der Column Still. Das ergibt leichte, fruchtige und oft süßlich wirkende Rums mit Noten von Toffee, Vanille, Kakao und reifer Frucht – der zugänglichste der drei Stile.
Herkunft: Jamaika, Barbados, Guyana, Trinidad.
Ebenfalls aus Melasse, aber vielfach in der Pot Still gebrannt. Diese Rums sind würzig, kräftig und aromenintensiv. Vor allem jamaikanische Abfüllungen sind esterreich: Sie erinnern an überreife Banane, Ananas, manchmal an Lack oder Klebstoff – für Kenner genau der Reiz.
Herkunft: Martinique, Guadeloupe, Französisch-Guayana, Réunion.
Grundlage ist frisch gepresster Zuckerrohrsaft statt Melasse. Der Saft muss binnen Stunden verarbeitet werden, sonst gärt er unkontrolliert. Das Ergebnis ist trocken, grasig und kaum süß, mit pflanzlichen und pfeffrigen Noten – der eigenständigste der drei Stile.
Rum entstand im 17. Jahrhundert als Verwertung eines Abfallprodukts der Zuckerherstellung. Bereits 1650 ist auf Barbados der Name „Rumbullion“ überliefert.
Über die Seefahrt verbreitete er sich rasch. Die britische Marine gab von 1655 bis 1970 eine tägliche Ration aus; der letzte Ausschank am 31. Juli 1970 ging als Black Tot Day in die Geschichte ein.
Eine dunkle Farbe bedeutet nicht automatisch lange Reife – sie kann auch aus Zuckerkulör stammen. Eine spürbare Süße kann von einer Dosage nach der Reifung kommen.
Aussagekräftiger als eine große Zahl sind Angaben zu Destillerie, Herkunft, Brennart und Fassführung. „Single Cask“ heißt: eine Abfüllung aus genau einem Fass. „Cask Strength“ heißt: unverdünnt, meist über 50 Prozent.
Ein tulpenförmiges Glas bündelt die Aromen, ohne den Alkohol in die Nase zu drücken. Zwei bis vier Zentiliter genügen.
Gereifter Rum kommt bei 18 bis 22 Grad ins Glas – aus dem Kühlschrank wirkt er verschlossen. Ein paar Tropfen Wasser öffnen einen fassstarken Rum, Eis dagegen dämpft Duft und Geschmack. Nach einigen Minuten Luft verändert sich der Eindruck deutlich.
Rum, die vielseitige Spirituose aus Zuckerrohrsaft oder Melasse, begeistert mit fruchtigen, würzigen und komplexen Aromen. Ob weißer Rum für Cocktails, gereifte VSOP oder XO, oder trockener Rhum Agricole aus der Karibik – Lagerung, Fassreife und Blending-Techniken wie Solera sorgen für harmonischen Genuss. Entdecke die Welt des Rums!
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Rum gehört zu den ältesten Spirituosen der Welt und zu den vielfältigsten. Zwischen einem klaren Rum aus dem Stahltank und einem zwanzig Jahre alten Pot-Still-Destillat liegen Welten – und beide heißen Rum.
Rum wird ausschließlich aus Zuckerrohr gewonnen: entweder aus frisch gepresstem Saft oder aus Melasse, dem dickflüssigen Nebenprodukt der Zuckergewinnung.
Damit sich eine Spirituose Rum nennen darf, muss sie mindestens 37,5 Prozent Alkohol haben. Alles Weitere – Hefe, Brennart, Fass, Klima – ist Entscheidung der Brennerei und macht den Unterschied.
Die Zeit im Fass bestimmt Farbe, Aroma und Tiefe:
Zuckerrohrsaft oder Melasse wird mit Hefe versetzt und über mehrere Tage vergoren. Es entsteht eine Maische mit vier bis zehn Prozent Alkohol.
Wie lange und mit welcher Hefe vergoren wird, entscheidet über die Ester – jene Verbindungen, die einem Rum später seine fruchtigen bis lackartigen Noten geben. Eine lange Gärung erzeugt viel davon, eine kurze wenig.
Die vergorene Maische wird gebrannt; das Ergebnis ist ein Rohbrand mit 65 bis 95 Prozent Alkohol.
Die Pot Still arbeitet im Einzelverfahren und lässt viel Aroma durch – daraus entstehen schwere, markante Rums. Die Column Still läuft durchgehend und trennt sauberer; sie liefert leichtere, fruchtigere Destillate. Viele Häuser verschneiden beides.
Gelagert wird fast immer in gebrauchten Eichenfässern, meist aus amerikanischer Weißeiche, seltener aus französischer Limousin-Eiche.
Entscheidend ist das Klima: In den Tropen arbeitet das Holz bei dreißig Grad ungleich schneller als in einem europäischen Lagerhaus. Als Faustregel entspricht ein acht Jahre alter tropisch gereifter Rum einem zwölf Jahre alten Whisky. Dafür verdunsten bis zu zehn Prozent im Jahr.
Anders als Whisky kommt Rum selten aus einem einzigen Fass. Blends vereinen Komponenten verschiedener Reifezeit und Machart zu einem gleichbleibenden Hausstil.
Beim Solera-Verfahren, aus der Sherry-Produktion übernommen, lagern jüngere Rums oben und ältere unten. Abgefüllt wird nur aus der untersten Reihe, nachgefüllt von oben. Die Altersangabe bezieht sich dabei auf den ältesten Anteil, nicht auf den Durchschnitt.
Herkunft: Kuba, Puerto Rico, Dominikanische Republik, Venezuela und weite Teile Lateinamerikas.
Grundlage ist Melasse, gebrannt wird überwiegend in der Column Still. Das ergibt leichte, fruchtige und oft süßlich wirkende Rums mit Noten von Toffee, Vanille, Kakao und reifer Frucht – der zugänglichste der drei Stile.
Herkunft: Jamaika, Barbados, Guyana, Trinidad.
Ebenfalls aus Melasse, aber vielfach in der Pot Still gebrannt. Diese Rums sind würzig, kräftig und aromenintensiv. Vor allem jamaikanische Abfüllungen sind esterreich: Sie erinnern an überreife Banane, Ananas, manchmal an Lack oder Klebstoff – für Kenner genau der Reiz.
Herkunft: Martinique, Guadeloupe, Französisch-Guayana, Réunion.
Grundlage ist frisch gepresster Zuckerrohrsaft statt Melasse. Der Saft muss binnen Stunden verarbeitet werden, sonst gärt er unkontrolliert. Das Ergebnis ist trocken, grasig und kaum süß, mit pflanzlichen und pfeffrigen Noten – der eigenständigste der drei Stile.
Rum entstand im 17. Jahrhundert als Verwertung eines Abfallprodukts der Zuckerherstellung. Bereits 1650 ist auf Barbados der Name „Rumbullion“ überliefert.
Über die Seefahrt verbreitete er sich rasch. Die britische Marine gab von 1655 bis 1970 eine tägliche Ration aus; der letzte Ausschank am 31. Juli 1970 ging als Black Tot Day in die Geschichte ein.
Eine dunkle Farbe bedeutet nicht automatisch lange Reife – sie kann auch aus Zuckerkulör stammen. Eine spürbare Süße kann von einer Dosage nach der Reifung kommen.
Aussagekräftiger als eine große Zahl sind Angaben zu Destillerie, Herkunft, Brennart und Fassführung. „Single Cask“ heißt: eine Abfüllung aus genau einem Fass. „Cask Strength“ heißt: unverdünnt, meist über 50 Prozent.
Ein tulpenförmiges Glas bündelt die Aromen, ohne den Alkohol in die Nase zu drücken. Zwei bis vier Zentiliter genügen.
Gereifter Rum kommt bei 18 bis 22 Grad ins Glas – aus dem Kühlschrank wirkt er verschlossen. Ein paar Tropfen Wasser öffnen einen fassstarken Rum, Eis dagegen dämpft Duft und Geschmack. Nach einigen Minuten Luft verändert sich der Eindruck deutlich.
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